Genügsam und gesund – die Yaks vom Biolandhof der Familie Rüffer

Ihr Pre­mi­um­fleisch ist eine Deli­ka­tes­se und sie sind mit Abstand der bes­te Rau­fut­ter­ver­wer­ter – die Yak-Rin­der. Zwei Grün­de, die Hans Rüf­fer und sei­ne Fami­lie dazu bewo­gen haben, die­se Ur-Rin­der auf ihrem Bio­land­hof in Schlüch­tern-Brei­ten­bach zu züchten.

Seit 1996 bewirt­schaf­tet Fami­lie Rüf­fer den Yak­hof nach Bio­land-Richt­li­ni­en. Auf über 100 Hekt­ar Grün­land betrei­ben die Land­wir­te die öko­lo­gi­sche Frei­land­hal­tung der Yaks in der Her­de. 51 Hekt­ar nut­zen sie für Acker-Fut­ter­bau, um die Eiweiß­kom­po­nen­te im Betrieb sicher zu stellen.

Echt hes­sisch! sprach mit Hans Rüf­fer über die Yak-Hal­tung, den Kugel­schuss und die Hür­den der Direktvermarktung.

Wie kamen Sie dar­auf, Yak-Rin­der zu züchten?
HR: Der Haupt­fak­tor ist die her­vor­ra­gen­de Fleisch­qua­li­tät mit einem hohen Anteil an Pro­te­inen und Vit­ami­nen sowie wert­vol­len Spu­ren­ele­men­ten wie Eisen und Zink. Außer­dem ist das Yak-Fleisch nahe­zu fett­frei. Ent­spre­chend gesund ist es. Manch­mal kau­fen herz­kran­ke Kur-Pati­en­ten Yak-Fleisch, weil ihnen die­se cho­le­ste­ri­n­ar­me Ernäh­rung von Ärz­ten emp­foh­len wur­de. Dar­über hin­aus ist das Yak-Rind mit Abstand der bes­te Rau­fut­ter­ver­wer­ter. Das ist für eine Grün­land­re­gi­on wie die unse­re aus­schlag­ge­bend. Wir muss­ten uns nach den Gege­ben­hei­ten rich­ten, die hier waren. Das Yak als Ur-Rind ist noch ziem­lich ursprüng­lich, sehr genüg­sam und frisst auch mal Knos­pen und Hölzer.

Wie nut­zen und hal­ten Sie die Tiere?
HR: Frü­her war die Hal­tung die­ser in Zen­tral­asi­en behei­ma­te­ten Rin­der­art in unse­ren Brei­ten­gra­den nicht mög­lich. Aber durch hie­si­ge Zoos und Bestän­de in Tier­parks habe ich es geschafft, eine Her­de zusam­men zu bekom­men. Die­se habe ich lang­sam auf­ge­baut und gezielt gezüch­tet. Mitt­ler­wei­le umfasst mei­ne Her­de 200 Tie­re. Unse­re Yaks wer­den rein zur Fleisch­ge­win­nung und zur Zucht genutzt. So habe ich auch schon einen Zoo mit einem Zucht­bul­len belie­fert. Wir hal­ten die Yak-Rin­der ganz­jäh­rig drau­ßen. Den Vor­schrif­ten ent­spre­chend haben die Tie­re natür­lich einen Unter­stand auf den Wei­den, aber den neh­men sie nicht an. Selbst bei Wind und Wet­ter sind die Tie­re lie­ber auf der Wiese.

Wie schlach­ten und ver­mark­ten Sie Ihr Yak-Fleisch?
HR: Geschlach­tet wer­den die Tie­re mit Kugel­schuss auf der Wei­de, um die Fleisch­qua­li­tät nicht zu min­dern und den Tier­trans­port zu umge­hen. Die Geneh­mi­gung für den Kugel­schuss war ein lan­ger Weg. Die Vor­schrif­ten und Hür­den lie­gen hoch. Schie­ßen darf nur eine Per­son mit spe­zi­el­ler Aus­bil­dung, einem Zusatz­lehr­gang und spe­zi­el­ler Waf­fe. Zer­le­gung und Ver­ar­bei­tung der Tie­re fin­den in einem klei­nen genos­sen­schaft­li­chen Schlacht­hof in Büdin­gen statt. Wir stre­ben die kom­plet­te Ver­wer­tung des Tie­res an. Denn es ist ja ein Indi­vi­du­um, das wir groß­zie­hen und ger­ne haben. Dann soll da auch ein guter Nut­zen her­aus­kom­men. Ver­mark­tet wird über unse­ren eige­nen Online-Shop und Ver­sand ab Hof. Hier bie­ten wir Fer­tig­ge­rich­te, Fleisch und Wurst­wa­ren an, die pro­fes­sio­nell von einem Metz­ger por­tio­niert und fer­tig gemacht wer­den. Ein­zel­ne Bio­lä­den haben unse­re Fer­tig­pro­duk­te in Glä­sern im Sor­ti­ment. Und manch­mal mel­den sich auch Gas­tro­no­men für The­men­wo­chen, die wir dann auch ger­ne bera­ten und belie­fern. Da das Yak unge­fähr drei Mal län­ger als ein nor­ma­les Rind zum Wach­sen braucht, sind die Prei­se ent­spre­chend höher.

Was wün­schen Sie sich für die Zukunft Ihres Hofes?
HR: Ich wün­sche mir einer­seits, dass die Kun­den nicht nur bio for­dern, son­dern auch kau­fen. Bis­her sind es noch kei­ne 10 Pro­zent. Zum ande­ren sind die Richt­li­ni­en und Vor­schrif­ten so streng, dass es kaum noch mög­lich ist, regio­nal her­zu­stel­len und zu belie­fern. Das muss sich bes­sern und es muss von poli­ti­scher Sei­te aus mehr Unter­stüt­zung geben. Nicht nur dar­über reden, son­dern auch han­deln, damit regio­na­le Pro­duk­te wie­der attrak­ti­ver wer­den und für Bau­ern die Direkt­ver­mark­tung mög­lich wird. Denn sonst wird es unwirt­schaft­lich und dann müs­sen die meis­ten Betrie­be die Segel streichen.

Herr Rüf­fer, haben Sie vie­len Dank für das Interview.

Inter­view mit Hans Rüffer
Berg­win­kel Kräuter-Yaks
Kres­sen­ba­cher Stra­ße 31
36381 Schlüch­tern – Breitenbach
www.bergwinkel-kraeuter-yaks.de
Online­shop

Yaks auf der Weide